Vor 100 Jahren - Einzug der Schwestern in Obermarchtal

Vor 100 Jahren, am 10. Oktober 1919, zogen die ersten sechs Schwestern aus dem Orden der Heimsuchung Mariä (Salesianerinnen) in den Nordflügel der Klosteranlage ein. Aus diesem Anlass überbrachte eine Abordnung des Lehrerkollegiums Glückwünsche des Studienkollegs Obermarchtal an Oberin Sw. Franziska Theresia und ihre Mitschwestern, die heute im Pflegeheim in Untermarchtal leben. 

Die ersten Schwestern kamen aus Chotieschau, einer Stadt südwestlich von Pilsen, wo die deutsch-tschechische Schwesterngemeinschaft eine Mädchenschule mit Pensionat unterhielt. Da die Verhältnisse für sie in der nach dem 1. Weltkrieg neu gegründeten tschecheslowakischen Republik immer schwieriger wurden, reisten sie in einer Nacht- und Nebelaktion ab. Sie hatten den Nordflügel der Klosteranlage Marchtal, die damals im Besitz der Fürstlichen Familie von Thurn und Taxis war, zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Teil der Klosteranlage war ca. 100 Jahr unbewohnt gewesen und man kann sich vorstellen, welche praktische Aufbauarbeit die Schwestern leisteten. Schon nach einem Jahr waren die Räumlichkeiten soweit hergerichtet, dass die ersten Schülerinnen im Mädchenpensionat aufgenommen werden konnte: die Keimzelle der Schulen in der Klosteranlage.

Da das Studienkolleg Obermarchtal die Räume belegt, die die Gemeinschaft der Schwestern der Heimsuchung Mariä von 1919 bis 1997 mit Leben füllte, fühlen wir uns mit den Schwestern sehr verbunden und sind dankbar für den Weg, den sie uns bereitet haben.

Suche