"Es geht! Gerecht." Begegnung zwischen Bangladesch und Deutschland

„We are all connected“. Das tiefe Gefühl dafür, dass wir als Menschen zusammengehören, wurde am vergangenen Dienstag am Studienkolleg Obermarchtal spürbar. Zu Gast war Pavel Partha, der direkt aus Dhaka, Bangladesch per Videokonferenz in die Klassenzimmer des Studienkollegs zugeschaltet war. Partha arbeitet in Dhaka für BARCIK (Bangladesh Resource Center for Indigenous Knowledge), eine der Partnerorgansationen der diesjährigen MISEREOR-Fastenaktion. Unter dem Motto „Es geht! Gerecht.“ beschäftigt sich die Fastenaktion dieses Jahr mit Klimagerechtigkeit.

Beide Aspekte kamen dabei am SKO vor: einerseits die Forderung nach Klimaschutz und Gerechtigkeit. 1000 bis 2000 Menschen verlieren in Bangladesch täglich durch die Folgen des Klimawandels ihre Lebensgrundlagen und ziehen in die Städte, meist in die Armutsviertel. BARCIK hilft Klimaflüchtlingen in Dhaka in vielfältiger Weise dabei, ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. Das Gespräch mit Pavel Partha machte überdeutlich, dass die Bekämpfung des Klimawandels und das Eintreten gegen Armut und Ungerechtigkeit direkt zusammengehören. Und sie gehen auch uns etwas an, denn der globale Norden trägt durch klimaschädliche Emissionen überproportional zum Klimawandel bei.

Andererseits macht MISEREOR aber Mut: „Es geht!“ Partha, der selbst Botaniker ist, berichtete von einer eindrücklichen Mut-Mach-Geschichte. Gemeinsam mit den Bewohner*innen legt BARCIK in den Slums kleine Gemüsegärten an, zum Teil in kleinen Blumenkästen, zum Teil auch auf den Dächern der Hütten. Die „urban gardens“ versorgen die Bewohner mit Lebensmitteln für sich selbst oder zum Verkauf, aber sie wirken sich auch positiv auf das Klima in den Slums aus und tragen so direkt zur Gesundheit der Menschen bei.

„Es geht! Gerecht.“ Immer wieder richtete sich Partha direkt an die Schüler*innen und machte ihnen vor allem mit seiner zuversichtlichen und zupackenden Art Mut, selber Herausforderungen nicht nur zu sehen, sondern sich einzusetzen.

Im Vorfeld der Begegnung hatten sich die Schüler*innen in verschiedenen Workshops über Klimagerechtigkeit und die Bedeutung der Städte informiert. In einem Workshop wurde dabei künstlerisch gearbeitet, in einem anderen Workshop entstand eine eigene kleine Fastenaktion: Fastenvorsätze, die zum aktiven Klimaschutz beitragen können. Sie sollen ihren Ort im SKO finden.

Es war ein eindrücklicher Vormittag, der durch die Zusammenarbeit mit Sarah Behling-Vogelmann, der Projektreferentin für Globales Lernen an der Hauptabteilung Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart und mit MISEREOR überhaupt erst möglich wurde. Herzlichen Dank!

 

 

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