Interkulturelle Tage

Dialoge sind Momente, in denen das eigene Misstrauen, die eigenen Vorbehalte überwunden werden. Es ist Momente, in denen man etwas vom Anderen versteht. Was macht ihn/sie aus? Wovon träumt er/sie? Vor welchen Herausforderungen steht er/sie? Nicht selten lenken solche Momente den Blick dann zurück auf sich selbst. Warum denke ich so, wie ich denke? Was macht mich aus? Vor welchen Herausforderungen stehe ich? „Jedes wahre Leben ist Begegnung.“ (Buber) Dieser Satz ist leitend für unsere interkulturelle Arbeit. Letztendlich sind nicht Dinge entscheidend für das eigene Leben, sondern die Begegnung mit Menschen.

Einmal im Jahr nehmen wir uns als Schule einen Tag Zeit für das Gespräch mit Menschen, die in anderen kulturellen Kontexten leben, und für die gemeinsame Arbeit an einem Thema. Das Studienkolleg Obermarchtal führt die Interkulturellen Begegnungstage in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie der Lehrerbildung durch. Beschlossen werden die Interkulturellen Begegnungstage in der Regel mit einer öffentlichen kulturellen Abendveranstaltung.

 

 

"Heimat suchen" - Begegnungen mit Flüchtlingen in Oberschwaben

11. Mai 2015

Der Bürgerkrieg in Syrien hat unermessliches Leid über unzählige Menschen gebracht. Millionen Menschen sind auf der Flucht und suchen auch bei uns in Deutschland Sicherheit und eine neue Heimat. In einigen Gemeinden in Oberschwaben sind bereits seit geraumer Zeit Flüchtlinge untergekommen. Andere Gemeinden bereiten sich auf eine Flüchtlingsaufnahme vor. Deutschlandweite Aufmerksamkeit hat die Arbeit der Stiftung "Heimat geben" in Oggelsbeuren und der Verein "Zuflucht Kultur" im Jahr 2014 bekommen. Unter der Federführung der Stuttgarter Sängerin Cornelia Lanz und eines Teams entstand dort eine professionelle Inszenierung von Mozarts "Cosí fan tutte", die gemeinsam mit Syrerinnen und Syrern erarbeitet und an verschiedenen Städten aufgeführt wurde.

Durch den Interkulturellen Tag begleitete die Frage danach, was eigentlich "Heimat" ausmacht. Den Erfahrungen mit "Heimat" und den Auswirkungen von Vertreibung, Flucht und der Suche nach einer neuen Heimat wurde in Vorträgen und Workshops nachgegangen. Zu Gast waren neben syrischen Flüchtlingen auch Cornelia Lanz, Dr. Thomas Broch (Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Engagierte in der Flüchtlingsarbeit.

Am Schluss des Tages stand die Veranstaltung "Der Schrei der Heimat - Kleinkunst für den Frieden". Es war ein bewegender Abend, an dem Flüchtlinge aus Syrien ihre Erfahrungen in Texten und Liedern zum Ausdruck brachten.

"Vergiss die Armen nicht." Armut und Gerechtigkeit in Deutschland und Argentinien

8. November 2013

Kurz nachdem Papst Franziskus zum Papst gewählt worden war, erklärte er die Namenswahl mit einem Satz des bralisianischen Kardinal Hummes: "Vergiss die Armen nicht." Gleichzeitig werden Protestbewegungen weltweit gegen Armut und strukturelle Ungerechtigkeit lauter. Wie ist die Situation in Argentinien, dem Heimatland von Papst Franziskus? Welche Formen von Ungerechtigkeit sind dort und heute bei uns brennend? Die Thematik wurde im Sinne eines interkulturellen Austauschs mit SchülerInnen aus Santiago del Estero bearbeitet. Am Abend wurde die Ausstellung "Donde late el corazón - Herzschlag Argentinien" mit Fotos von Mitgliedern des Freundeskreises "Tinkunakuy" in einer öffentlichen Vernissage eröffnet.  Prof. Dr. Wolfgang Schoop, Misereor Aachen, hielt einen Vortrag zu "Argentinische Kleinbauern im Kampf gegen Landraub".