Marchtaler Plan

Wie alle Schulen in Trägerschaft der Stiftung Katholische Freie Schule arbeitet auch das Studienkolleg Obermarchtal nach dem Marchtaler Plan. Dieses reformpädagogische Konzept, das in den frühen 80er Jahren aus der Arbeit an der Lehrerfortbildungsakademie Obermarchtal entstand, ist inzwischen weit über die Grenzen der Diözese hinaus anerkannt.

Grundlegende Idee des Marchtaler Planes ist die ganzheitliche Förderung der individuellen Schülerin/des individuellen Schülers und die Förderung ihrer/seiner intellektuellen Fähigkeiten und ihrer/seiner Persönlichkeit. Dies schließt die Entwicklung von kommunikativen und sozialen Fähigkeiten ebenso ein wie die wertorientierte und religiöse Bildung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.

Fünf Strukturelemente prägen die Unterrichtsplanung am Studienkolleg Obermarchtal:

Marchtaler Plan

Morgenkreis

Christliche Spiritualität lebt aus und in Beziehungen. Der Beziehung untereinander und Achtsamkeit füreinander, aber auch der Offenheit für die Begegnung mit Gott. Beides nimmt der Morgenkreis in den Blick.

 

Im Morgenkreis ist die Gruppe anders beisammen als sonst. Eingebettet in den Religionsunterricht ermöglicht er den Austausch untereinander aber auch Phasen der Besinnung, Achtsamkeit und Meditation. So bildet er eine Auszeit aus dem am Inhalt orientierten Unterrichtsgeschäft und prägt gerade dadurch die Atmosphäre der Schulgemeinschaft.

Vernetzter Unterricht

Viele Lerninhalte können aus verschiedenen Fachperspektiven betrachtet werden. Dieser Tatsache trägt der Vernetzte Unterricht (VU) Rechnung. Am Studienkolleg Obermarchtal unterrichten in der Eingangsklasse die Fächer Geschichte, Philosophie, Musik und Deutsch in enger Absprache dieselben Themen aus der jeweiligen Fachperspektive. Sie orientieren sich an den großen geistesgeschichtlichen Epochen. Ergänzt wird die vernetzte Arbeit durch Projektphasen und Exkursionen. Auch wenn der VU in der Jahrgangsstufe 1 und 2 kein eigenes Fach mehr ist, so werden doch einzelne Projekte in der vernetzten Zusammenarbeit von mehreren Lehrkräften gemeinsam unterrichtet.

Philosophisch-Theologisches Forum

Das Philosophisch-Theologische Forum (PTF) führt die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 1 an das wissenschaftliche Arbeiten heran. Begleitet von Lehrkräften lernen sie, ein Thema zu finden und eine Fragestellung zu formulieren. Sie sichten geeignete Literatur und erstellen eine wissenschaftliche Jahresarbeit, die sie im Rahmen eines Kolloquiums präsentieren. Darüber hinaus reflektiert die Gruppe über die ethische Relevanz des eigenen Arbeiten und der eigenen Inhalte. Um die Abschlusspräsentation vorzubereiten, gehört eine Schulung in Rhetorik und Präsentation dazu. Im Schuljahr 2018/2019 beschäftigen sich alle PTF-Arbeiten mit einem Aspekt des Themas "Bildung".

Fachunterricht

Als allgemeinbildendes Gymnasium in Aufbauform hat der Fachunterricht eine zentrale Bedeutung im Schulalltag. Gut ausgebildete und staatlich geprüfte Lehrkräfte unterrichten gemäß den Bildungsplänen für das allgemeinbildende Gymnasium in allen abiturrelevanten Fächern. Mit Beginn des Schuljahrs 2019/2020 gilt: In der Kursstufe können die Schülerinnen und Schüler aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zwei fünfstündige Leistungsfächer frei wählen. Dazu kommt am Studienkolleg Obermarchtal entweder Biologie oder katholische Religion als drittes fünfstündiges Leistungsfach. Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe I keine zweite Fremdsprache belegt haben, werden in Spanisch als der zweiten Pflichtfremdsprache ab der Eingangsklasse vierstündig unterrichtet.

Freie Arbeitsformen

Wo immer möglich, fördern wir das selbstgesteuerte und selbständige Arbeiten unserer Schülerinnen und Schüler. Sowohl innerhalb des VU als auch im Fachunterricht gibt es kürzere und längere Projekt- und Gruppenarbeitsphasen. Ein wichtiger Bestandteil des Stundenplans ist die begleitete Studierzeit, deren Ziel es ist, Zeit für individuelle Begleitung und Förderung zu schaffen. Wir begleiten den Lernprozess unserer Schülerinnen und Schüler durch regelmäßige Lernentwicklungsgespräche, die es dem/der Einzelnen ermöglichen, das eigene Lernen zu reflektieren und zu planen.

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